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Wie überall auf der Welt hat auch in Rosia die Corona-Pandemie ihre Spuren hinterlassen. Es verunsicherte auf der einen Seite und andernteils nahmen die Menschen auch wahr, dass es den Kindern auf dem Dorfe besser erging als den Kindern in der Stadt.

Während der Lockdown-Zeit haben einige Eltern ihre Arbeit verloren und somit auch ihr Einkommen. Das hatte zur Folge, dass es für die Familien eng wurde und ihnen jetzt z.T. die Möglichkeit nicht mehr gegeben ist, Material für die Renovationen ihrer Häuschen anzuschaffen, wie sie sich das für den Sommer vorgenommen hatten.
Diese Engpässe verunsicherten und waren für die Menschen im Unterdorf belastend, insbesondere dann, wenn die Ernährung einer Familie nicht mehr gewährleistet war, so dass Gespräche viel Zeit in Anspruch nahmen, die zusammen mit materieller Unterstützung Erleichterung in die Familien brachten. Da kommt noch hinzu, dass einmal mehr die Preise für Nahrungsmittel gestiegen sind.

Erkrankungen durch den Corona-Virus gab es keine. Doch blieb ausgerechnet in diesem Sommer kaum eine Familie von Hepatitis A verschont und das hatte Diätkost zur Folge, die sich eine Familie nicht leisten konnte.

Die Schulen in Rumänien waren von März bis September geschlossen und somit unsere Schule inklusive Kantine auch. Online Unterricht ist für unserer Kinder allerdings kaum möglich oder erschwert. Nur wenige Kinder hatten über Telefone Zugang und konnten mit den Lehrern sprechen.

Mich hat das dann dazu veranlasst, die Schule auf die Strasse zu verlegen. Das hatte zusätzlich eine schöne Seite, dass nämlich auch einige Kinder der staatlichen Schule mit dabei waren.

Eine Bereicherung war die Musik mit den Caravan Gypsy Jazz in dieser Zeit, die dreimal mit den Menschen im Unterdorf gesungen und getanzt haben. Das hat Frohmut in die Menschenseelen getragen.

Johanna Reber, September 2020